RYLA 2012 Abschlussbericht

„Ich hätte nicht gedacht, wie viele Facetten das Thema „Sozialstaat“ hat und wie spannend es ist, wenn man es aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet“, so das Fazit einer Teilnehmerin des diesjährigen dreitägigen RYLA Seminars, zu dem die Rotary Clubs aus Bochum – Mark und Herne in die Akademie Mont Cenis in Herne eingeladen hatten. Mehr als 30 Teilnehmer im Alter von 18 bis 22 Jahren widmeten sich in Arbeitsgruppen dem Thema unter den speziellen Aspekten wie demografischer Wandel, Ehrenamt, die Stellung von Arbeitnehmern und Arbeitgebern sowie Herausforderungen für die Zukunft der sozialen Sicherungssysteme.

Die nötigen Inhalte erhielten die Heranwachsenden während des Seminars auch aus den Vorträgen der engagierten wie prominenten Redner: Franz Müntefering (SPD), Wolfgang Schäfer (Lebenshilfe), Bodo Finger (Unternehmer und Vorsitzender der sächsischen Wirtschaft) sowie Wilfried Jacobs (Vorsitzender AOK Rheinland/Hamburg und ehemaliger Präsident von Borussia Mönchengladbach). Ein Besuch im Haus der Geschichte in Bonn rundete das Programm ab.

Am Sonntagmorgen präsentierten die Seminarteilnehmer vor rotarischem Publikum die Ergebnisse und nahmen aus den Händen der Präsidenten der beiden Clubs und dem Assistent Governor Dr. Beine die persönlichen Urkunden entgegen.

Lutz Schewe

– Seminarausschreibung –
Sozialstaat heute – Herausforderungen und Lösungsansätze für morgen

Vom 24.02. bis 26.02.2012 findet das 5. RYLA – Seminar der Rotary Clubs Bochum-Mark und Herne in der Akademie Mont Cenis in Herne statt.

Wir suchen junge Menschen im Alter von 17 bis 25 Jahren, die sich für Ihre berufliche Zukunft eine anspruchsvolle Tätigkeit vorstellen und Verantwortung in Ihrem sozialen Umfeld übernehmen wollen.

In Vorträgen und Workshops werden Grundlagen und Details zum Brennpunktthema „Sozialstaat Deutschland“ erörtert, das wie kaum ein anderes Thema die Diskussionen anfacht:

Die Rentenbeiträge steigen, die ausgezahlte Rente ist rückläufig, der Generationenvertrag wird als „Auslaufmodell“ betrachtet. Im Gesundheitswesen stehen immer höheren Krankenkassenbeiträgen immer geringere Leistungen gegenüber. In den öffentlichen Haushalten dominieren Kürzungen und leere Kassen, während Banken mit Milliarden gerettet werden.

Ist Solidarität noch bezahlbar? Hat der Wohlfahrtsstaat die Ansprüche der Bürger in überzogener Weise bedient und dadurch Probleme geschaffen, statt sie zu lösen? Oder nimmt die Ungleichheit in einem Maße zu, daß die Mehrheit der Gesellschaft immer ärmer wird? Und wie lange erlaubt die demographische Entwicklung eine Weiterführung unseres Solidarsystems überhaupt noch?

Weshalb gibt es Kindergeld auch für Reiche? Muß der Staat Bildung für alle bezahlen? Wird nicht der Markt durch staatliche Subventionen verzerrt und daran gehindert, sich selbst zu regulieren? Oder muß die „Reichensteuer“ her, um wachsende soziale Ungerechtigkeiten auszugleichen und den Sozialstaat weiter auszubauen? Und wie hat sich unser Sozialsystem historisch eigentlich entwickelt?

Im Rahmen eines Wochenendseminars berichten Entscheidungsträger aus Wirtschaft und Politik über die unterschiedlichen Aspekte dieser Thematik. Auf dieser Grundlage werden sich die 20 Teilnehmerinnen und Teilnehmer ein eigenes Meinungsbild erarbeiten und die Ergebnisse in einer Arbeitsgruppe präsentieren.

Weitere Informationen über den Ablauf des Seminars sowie eine Liste der Vorträge und Referenten sind auf www.ryla-bochum-herne.de zu entnehmen. Interessierte junge Leute werden gebeten, sich bis zum 21.01.2011 auf dieser Seite zu bewerben. Die Kosten des Seminars übernehmen die ausrichtenden Rotary-Clubs sowie der Rotary-Distrikt 1900.

Dr. Hans-Günther Srebny (RC Herne)
Kai Neubauer (RC Bochum-Mark)